Nach: Graf, P. (2003): Fernglas oder Lupe. Eine kurze Einführung in das systemische Denken. Manuskript/ Masterstudium FHS St. Gallen, Seminar A: ”Die lernende Organisation als System“.

  • Eine Systemische Sichtweise begreift die gesamte Wirklichkeit, die uns umgibt und deren Bestandteile wir sind, als ein vernetztes und verschachteltes Gefüge von "Systemen", d. h. von Ganzheiten, deren Bestandteile oder Elemente in Wechselbeziehung zueinander stehen und die sich in rückgekoppelten "zirkulären" Prozessen weiterentwickeln.

  • Eine Systemische Sichtweise bemüht sich daher um eine ganzheitliche Betrachtung und richtet ihren Blick stärker auf die Beziehungen zwischen den Dingen bzw. Elementen und auf die Muster, die daraus entstehen, als auf die Dinge selbst und ihre Eigenschaften.

  • Eine Systemische Sichtweise sieht die Beziehung zwischen den Elementen eines Systems immer eingebunden in einen größeren Zusammenhang oder Kontext. Dieser setzt sich aus den festgefügten Grundstrukturen und Grundmustern des Systems selbst, der "Umwelt" dieses Systems und dem Bedeutungszusammenhang, in dem die beobachteten Beziehungen stehen, bzw. wie sie von den Akteuren selbst und ihrem Umfeld verstanden und gedeutet werden zusammen.

  • Eine Systemische Sichtweise achtet besonders auf die Unterschiede zwischen Systemen und innerhalb von Systemen, d.h. auf unterschiedliche Beziehungen und Muster, Sichtweisen und Bedeutungen.

  • Systemisches Denken und Handeln reflektiert sich selbst als einen zirkulären Prozess der Konstruktion sozialer Wirklichkeit.

  • Systemisches Denken und Handeln bemüht sich darum, die Wirklichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

  • Ein Systemisches Verständnis hat eine hohe Meinung von der Selbstorganisations- und Selbstregulationsfähigkeit von lebendigen Systemen.

  • Selbstorganisationsfähigkeit und Kontextgebundenheit bzw. Autonomie und Umweltabhängigkeit von Systemen sind aus systemischer Sicht keine unversöhnlichen Gegensätze, sondern Polaritäten, die sich über einen sinnvollen Systemaufbau vermitteln lassen.

  • Die Systemische Sichtweise richtet, im Vertrauen auf die Selbstregulierungskräfte von Systemen, den Blick mehr auf deren Ressourcen, auf ihre Fähigkeiten und Stärken, als auf Schwächen und Defizite.

  • Schließlich richtet sich der Systemische Blick und das Systemische Handeln mehr auf eine wünschenswerte Zukunft und auf die Lösung von Problemen, als auf diese Probleme selbst, auf ihre Hintergründe und ihre Entstehungsgeschichte.“

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